Oxygastra curtisii
Familie:
Corduliidae
Falkenlibellen
Gattung:
Oxygastra
Flussfalken
DE:
Gekielter Flussfalke
Gekielte Smaragdlibelle
EN:
Orange-spotted Emerald
FR:
Cordulie à ventre fin
IT:
Cordulia di Curtis
Smeralda di fiume
Wissenswertes
Oxygastra curtisii kommt in der Schweiz nur im Tessin vor. Mit den leuchtend grünen Augen und dem dunkelgrünen Abdomen mit einer gelb-orangen Fleckenkette ist die Art unverwechselbar.
Merkmale
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Gesamtlänge: 47–54 mm
Grundfarbe dunkelgrün metallisch glänzend. Augen leuchtend grün. Abdomenoberseite mit einer Kette von langen gelben bis orangen Flecken auf S1–S7. Abdomen schlank, am Ende keulenartig leicht verdickt, beim Männchen in der Mitte von S10 mit hellem Kiel. Membranula weiss, Flügelbasen safrangelb getönt. Gesicht vollständig dunkelgrün. Männchen und Weibchen sind ähnlich gefärbt.
Männchen
Abdomen schlank, am Ende keulenförmig leicht verdickt. Der helle Fleck auf S10 erhebt sich zu einem kleinen Kiel. Hinterleibsanhänge viel länger als beim Weibchen, stumpf und leicht nach aussen gebogen.
Weibchen
Abdomen etwas breiter und weniger stark keulenförmig als beim Männchen, safrangelbe Tönung auf den Flügeln stärker ausgedehnt.
Jungtiere
Ähnlich den Adulten. Augen rötlich lila bis pflaumenfarbig. Flügel rauchig getönt.
Belegfoto
Ganze Libelle von oben.
Verbreitung
Oxygastra curtisii ist vorwiegend im westlichen Mittelmeerraum verbreitet, mit Schwerpunkt in Frankreich. Die Art ist in Südwesteuropa und Marokko endemisch und weltweit die einzige Vertreterin ihrer Gattung.
In der Schweiz ist die Art nur im Tessin zu finden, wo sie vor allem am Luganer- und am Origliosee vorkommt. Sie fliegt auch an der Tresa, dem Ausfluss des Luganersees und im Gambarogno am Lago Maggiore. Bei uns entwickelt sie sich ausschliesslich unterhalb von 500 m. Jagende Individuen wurden auch auf den umliegenden Hügeln bis 1000 m Höhe beobachtet.
Biologie
Phänologie
Schlupfperiode: Anfang Juni bis Juli.
Flugzeit: Juni bis Oktober (Hauptflugmonat: Juli).
Lebensraum
Während Oxygastra curtisii in ihrem Hauptverbreitungsgebiet hauptsächlich Fliessgewässer und Kanäle besiedelt, bevorzugt sie in der Schweiz Seen. Deren Ufer sind mit Bäumen, häufig Erlen, bestockt und weitgehend unverbaut. Sie kommt sowohl am steilufrigen Luganer- als auch am flacheren Origliosee vor. Beobachtungen von der Tresa beruhen möglicherweise auf Larvendrift und Dispersion. Besonders am Luganersee sind grosse, direkt am Ufer stehende Bäume und alte, lückige Ufermauern wichtige Strukturelemente ihres Lebensraumes.
Lebensweise Imagines
Zur Reifung und Jagd sucht Oxygastra curtisii vielfältige Landhabitate in der weiten Umgebung der Entwicklungsgewässer auf: sonnige Kastanienwälder, Waldlichtungen, Hecken, Wiesen, Feldwege und Gärten. Dort jagen sie einzeln oder in kleinen Gruppen im Kronenbereich von Bäumen. Erste Paarungen können bereits im Reifungshabitat stattfinden.
Am Gewässer patrouillieren die Männchen über der offenen Wasserfläche entlang der Uferlinie in sonnigen und schattigen Bereichen. Sie fliegen dabei geradlinig, seltener auch zickzackartig, mit langsamen und schnellen Gleit- und gelegentlichen Rüttelphasen.
Die Eiablage erfolgt ohne Begleitung des Männchens in Ufernähe aus dem Flug ins freie Wasser, meist in Nischen und Höhlungen, unter überhängenden Ästen oder zwischen Baumwurzeln.
Der Schlupf findet nachts oder am frühen Morgen statt. Die Exuvien findet man meist senkrecht hängend an Bäumen, Felsen oder Mauern, bis zu drei Meter über dem Wasser.
Lebensweise Larven
Oxygastra curtisii überwintert im Larvenstadium. Im Luganersee und Lago Maggiore sowie in der Tresa, die nur wenige Wasserpflanzen aufweisen, leben die Larven vermutlich meist in grösserer Tiefe. Am Origliosee halten sie sich wahrscheinlich zwischen Wurzeln der Uferpflanzen auf. Die Entwicklung dauert zwei bis drei Jahre.
Gefährdung & Schutz
Oxygastra curtisii ist in Südwesteuropa und Marokko endemisch und europaweit als potenziell gefährdet eingestuft. In der Schweiz gilt sie aufgrund des isolierten Vorkommens als verletzlich (VU) und gehört zu den National Prioritären Arten.
Damit die Art bei uns langfristig überleben kann, ist sie weiterhin auf naturnahe Ufer mit geeigneten Strukturen angewiesen. Gefällte und umgestürzte Uferbäume sollen deshalb ersetzt werden. Uferbefestigungen sind naturnah, aber nicht mit Weidengeflechten als Lebendverbau, zu gestalten. Nah am Ufer vorbeifahrende Motorboote spülen schlüpfende und frisch geschlüpfte Imagines weg. Boote sollen deshalb einen gewissen Mindestabstand zum Ufer einhalten. Starker Besatz durch exotische Fische wirkt sich ebenfalls negativ auf Oxygastra curtisii aus.
Status Schweiz
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Rote Liste CH:VU - verletzlich
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NHV:Geschützt
Artenschutzblatt
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IT:
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DE:
Keine
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FR:
aucun
Ähnliche Arten
Oxygastra curtisii ist bei genauer Beobachtung unverwechselbar. Keine andere Falkenlibelle hat gelbe Flecken auf der Oberseite des Abdomens.