Sympetrum danae
Familie:
Libellulidae
Segellibellen
Gattung:
Sympetrum
Heidelibellen
DE:
Schwarze Heidelibelle
EN:
Black Darter
Black Meadowhawk
FR:
Sympétrum noir
IT:
Simpetro nero
Cardinale nero
Wissenswertes
Wie die meisten Heidelibellen ist Sympetrum danae eine typische Hochsommer- und Herbstart. Die schwarz gefärbten Männchen sind im Gegensatz zu den generell rot gefärbten Heidelibellen leicht zu bestimmen. Die Art bevorzugt flache, warme Gewässer mit moorigem Charakter. Die Exuvien sind sehr klein und werden meist nur bei expliziter Suche zum Beispiel in Binsenbulten an der Wasserlinie gefunden, oft zusammen mit anderen Heidelibellen-Exuvien.
Merkmale
-
Gesamtlänge: 29–34 mm
Eine der kleinsten Heidelibellen. Beine und Pterostigmen schwarz. Thoraxseiten gelb, mit breitem schwarzem Band und drei arttypischen gelben kleinen Flecken (bei älteren Männchen schlecht sichtbar, komplett schwarz). Männchen und Weibchen sind unterschiedlich gefärbt. Beide Geschlechter verfärben sich vom Schlupf bis ins hohe Alter relativ stark und werden dabei immer dunkler.
Männchen
Abdomen leicht keulenförmig und bei ausgereiften Tieren komplett schwarz.
Weibchen
Abdomen gelb mit seitlich je einem breiten schwarzen Längsband. Thoraxoberseite gelb mit schwarzem Dreieck. Das Gelb färbt im Alter zu braun um. Abstehende Legescheide.
Jungtiere
Selbe Merkmale wie Weibchen, sehr hell. Junge Männchen färben von gelb zu schwarz um. Dabei entstehen Zwischenformen mit schwarz-gelber Zeichnung, die an weibliche Moosjungfern erinnern können.
Belegfoto
M/W: Sicht auf Thoraxseiten.
Verbreitung
In Mittel- und Nordeuropa weit verbreitet.
In der Schweiz kommt Sympetrum danae fast überall vor. Die höchsten Entwicklungsgewässer liegen über 2000 m, der höchste Nachweis stammt von 2200 m. Unterhalb von 600 m existieren nur kleine Populationen.
Biologie
Phänologie
Schlupfperiode: Anfang Juli bis Ende August.
Flugzeit: Ende Juli bis Anfang Oktober.
Lebensraum
Bevorzugt werden kleine, seichte Gewässer in Mooren. Meist sind es nährstoffarme, fischfreie, saure und stark verwachsene Tümpel, Weiher und Sümpfe mit Flachwasserzonen und Kleinröhrichten. Die Gewässer sind sonnenexponiert, höchstens teilweise beschattet und führen durchgehend Wasser. Sie können im Winter auch trockenfallen (Überwinterung im Eistadium).
Lebensweise Imagines
Die Reifungszeit verbringen frisch geschlüpfte Individuen an sonnigen und windgeschützten Stellen, beispielsweise in Hochstaudenfluren, Streuwiesen oder entlang Waldrändern, teilweise auch kilometerweit vom Entwicklungsgewässer entfernt.
Reife Männchen sitzen häufig auf exponierten Pflanzen, freien Bodenstellen oder hellen Steinen, verteidigen jedoch kein Revier. Weibchen werden bis 200 m vom Gewässer entfernt aufgesucht, die Paarung erfolgt meist abseits vom Gewässer zuerst in der Luft und danach im Sitzen.
Die Eiablage findet grösstenteils im Tandem statt, wobei das Weibchen die Eier über seichtem Wasser auf Schlamm oder Torfmoos abgibt.
In wärmeren Gebieten schlüpfen die Tiere nachts, sonst meist vormittags an senkrechten Pflanzenteilen.
Lebensweise Larven
Sympetrum danae überwintert im Eistadium. Larven schlüpfen erst im März/April aus dem Ei. Danach halten sie sich in warmen Flachwasserzonen zwischen der Wasservegetation oder auf dem Gewässergrund auf. Sie sind sehr lebhaft und Fischen daher stark ausgesetzt. Ein Austrocknen der Gewässer können sie nur über kurze Zeit im feuchten Schlamm/Torfmoos überleben. Noch im selben Sommer (nach zwei bis sechs Monaten) schlüpfen die Imagines.
Gefährdung & Schutz
Sympetrum danae ist in der Schweiz nicht gefährdet (LC). Es gibt jedoch Hinweise darauf, dass die Art im Rückgang ist, was sich an zahlreichen «verwaisten» Gebieten im Mittelland zeigt. In Europa steht die Art neu auf der Roten Liste (EN). In Frankreich ist die Art in den letzten 20 Jahren deutlich seltener geworden (Atlas dynamique des Odonates de France).
Gefährdungsursachen sind Moorentwässerung, Eutrophierung sowie die Förderung von Fischen in Weihern und Teichen und die Räumung von Wasservegetation. Auf Grund der fortschreitenden Klimaerwärmung könnten die Bestände der Art am südlichen Rand ihrer Verbreitung (Frankreich, Schweiz, Österreich) künftig weiter abnehmen.
Prioritär ist der Erhalt von fischfreien untiefen Moor- und Grubengewässern. Verlandete Gewässer sollen regeneriert und untiefe Gewässer in Mooren und Abbaugebieten neu angelegt werden.
Status Schweiz
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Rote Liste CH:LC - Nicht gefährdet
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Nationale Priorität:Keine
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NHV:-
Artenschutzblatt
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DE:
Keine
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FR:
aucun
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IT:
nessuno
Ähnliche Arten
Ausgefärbte Männchen sind praktisch unverwechselbar. Beide Geschlechter sind fast durchgehend an dem schwarzen Band mit den drei gelben Punkten auf den Thoraxseiten zu erkennen. Ansonsten können vor allem Weibchen und Jungtiere mit Heidelibellen (Sympetrum spp.) verwechselt werden. Vor allem junge Männchen sind auch mit weiblichen Moosjungern (Leucorrhinia spp.) zu verwechseln. Die Weibchen müssen zudem vor allem im Alter von Weibchen anderer Segellibellen (Libellulidae), wie den kleineren Arten der Blaupfeile (Orthetrum spp.) oder Feuerlibellen (Crocothemis spp.) abgegrenzt werden.
Heidelibellen– Sympetrum spp.
M: Abdomen rot gefärbt.
W: Ohne breite schwarze Streifen auf den Abdomen-Seiten. Legescheide nicht abstehend mit Ausnahme bei der Grossen Heidelibelle (Sympetrum striolatum) und der Gemeinen Heidelibelle (Sympetrum vulgatum) (beide deutlich grösser).
Moosjungfern– Leucorrhinia spp.
W: Etwas grösser, meist seltener. Weisses Gesicht und dunkle Flecken an den Hinterflügelbasen. Thoraxseiten dunkler, nie gelb mit schwarzem Band und drei kleinen gelben Flecken.
Blaupfeile – Orthetrum spp.
Südlicher Blaupfeil (Orthetrum brunneum) und Kleiner Blaupfeil (Orthetrum coerulescens)
W: Pterostigmen braun, Beine braun, Abdomen-Seiten hell, Thorax-Seiten mit nur wenig schwarz.
Feuerlibelle – Crocothemis erythraea
W: Ockergelber Fleck an Hinterflügelbasis. Gesamter Körper mit nur sehr wenig schwarz. Helle Beine, helle Pterostigmen, weisser Streifen zwischen Flügelbasen.