Crocothemis erythraea
Familie:
Libellulidae
Segellibellen
Gattung:
Crocothemis
Feuerlibellen
DE:
Feuerlibelle
Westliche Feuerlibelle
EN:
Broad Scarlet
Scarlet Darter
FR:
Crocothémis écarlate
IT:
Libella scarlatta
Frecciarossa
Wissenswertes
Crocothemis erythraea ist bei uns ein relativ junges Faunenelement und erst seit 1980 regelmässig zu beobachten. Heute ist sie im geeigneten Habitat häufig und ist im Frühling mit Abstand die häufigste rote Grosslibelle. Im Herbst wird sie dann von den im männlichen Geschlecht ebenfalls meist roten Arten der Gattung Sympetrum (Heidelibellen) abgelöst, ist aber mit komplett rotem Kopf und roten Beinen die röteste von allen.
Merkmale
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Gesamtlänge: 36–45 mm
Ockergelber Fleck an Hinterflügelbasis. Abdomen abgeflacht. Flügelmale relativ gross (grösser als bei den meisten Heidelibellen). Ansonsten erscheinen Männchen und Weibchen unterschiedlich.
Männchen
Kopf (inkl. Stirn und Augen), Thorax, Abdomen (mit dunklem Mittelband) und Beine leuchtend rot ohne Schwarze-Zeichnungen. Grosse Flügeladern rot, Flügelmale gelbrötlich. Augenhinterrand blau.
Weibchen
Grundfarbe braungelblich, Kopf, Thorax und Beine ohne schwarz. Helle Antehumeralstreifen und heller Strich zwischen Flügelbasen. Flügelmale hellgelblich. Abstehende Legescheide. Feuerrote Weibchen kommen selten auch vor.
Jungtiere
Junge Männchen sind weibchenfarbig (ohne Legeklappe).
Belegfoto
Sicht von oben auf Thorax und Abdomen.
Verbreitung
Crocothemis erythraea ist im Mittelmeerraum weit verbreitet. Nördlich der Alpen konnte sie sich erst seit den 90er Jahren etablieren. Heute kommt sie bis zur Nord- und Ostseeküste vor, in England gibt es erst einzelne Beobachtungen.
In der Schweiz war die Art früher sehr selten, erst seit 1980 wird sie regelmässig beobachtet. Heute kommt sie überall in Tieflagen meist auf 300 bid 600 m und besonders in Flusstälern vor. In den Alpen und im Jura fehlt sie weitgehend. Der höchste Entwicklungsnachweis gelang auf 660 m, Einzeltiere wurden bis 2090 m beobachtet.
Biologie
Phänologie
Schlupfperiode: Anfang Mai bis Ende Juli (Höhepunkt: Juni)
Flugzeit: Anfang Mai bis Mitte August (Höhepunkt: Juli, Spätfunde bis Oktober)
Lebensraum
Gut besonnte, flache Stehgewässer unterschiedlicher Art mit gut ausgebildeter Unterwasservegetation (teilweise auch ohne). Entwicklung ist auch in temporären Gewässern möglich.
Lebensweise Imagines
Die Reifungszeit verbringt die Art weit entfernt vom Schlupfort auf Wiesen, Weiden, Brachen, Getreidefeldern, oder an Wegrändern.
Geschlechtsreife Imagines befinden sich am frühen Vormittag meist abseits des Gewässers in der Vegetation. Danach sitzen Männchen zuerst auf kiesigen Flächen am Gewässerufer und besetzen danach ihre Sitzwarten (schräge Halme, oft einige Meter vom Ufer entfernt). Diese verteidigen sie gegen Artgenossen. Ihren Hinterleib verwenden sie als Sonnenkollektor, nur bei sehr grosser Hitze nehmen sie die Obeliskstellung ein. Die Paarung findet im Flug statt und dauert nur gerade fünf bis zehn Sekunden, bei Störung wird sie gelegentlich auch im Sitzen beendet.
Die Weibchen legen ihre Eier allein ab, oft unter Bewachung der Männchen, welche im Rüttelflug über der Eiablagestelle wachen. Dabei taucht das Weibchen mit wippenden Bewegungen das Abdomen regelmässig ins Wasser und gibt die Eier ab.
Der Schlupf findet meist am frühen Morgen (spätestens am Mittag) an senkrechten Uferpflanzen statt.
Lebensweise Larven
Crocothemis erythraea überwintert im Larvenstadium. Die Entwicklung dauert ein bis zwei Jahre. Die Larven halten sich meist im Wurzelgewirr von Röhrichtpflanzen auf und verhalten sich sehr lebhaft.
Gefährdung & Schutz
Die Art ist in der Schweiz und in Europa nicht gefährdet (LC). Mögliche Gefährdungsursachen sind allenfalls zu intensive Freizeitnutzung oder zunehmende Beschattung.
Sie profitiert von der Neuerstellung und vom Erhalt seichter, gehölzfreier Stillgewässer und dem gezielten Offenhalten von Entwicklungsgewässern.
Status Schweiz
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Rote Liste CH:LC - Nicht gefährdet
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Nationale Priorität:Keine
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NHV:-
Artenschutzblatt
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DE:
Keine
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FR:
aucun
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IT:
nessuno
Ähnliche Arten
Als einzige Art ihrer Gattung in der Schweiz ist Crocothemis erythraea hier vor allem mit Arten der Gattung der Heidelibellen (Sympetrum spp.) zu verwechseln, da deren Männchen ebenfalls meistens rot und die Weibchen braungelb gefärbt sind. Besonders die Frühe Heidelibelle (Sympetrum fonscolombii) bietet durch ihr frühes Auftreten Anlass zu Verwechslungen. Die Weibchen müssen zudem von weiblichen Blaupfeilen (Orthetrum spp.) und Segellibellen (Libellula spp.) abgegrenzt werden, da diese ebenfalls gelblichbraun gefärbt sind. Besonders das Weibchen des Kleinen Blaupfeils (Orthetrum coerulescens) sieht Crocothemis erythraea sehr ähnlich.
Frühe Heidelibelle – Sympetrum fonscolombii
Einzige Heidelibelle im Frühling, ebenfalls mit gelbem Fleck an Hinterflügelbasis und roten Flügeladern. Augen oben rot, unten blau. Abdomen im Querschnitt rund, nicht abgeflacht. Beine schwarz-gelb längs gestreift.
M: Thoraxseiten mit hellem Streifen unter Flügelbasis.
W: Thoraxoberseite ohne weissen Streifen zwischen Flügelbasen.
Heidelibellen – Sympetrum spp.
Mit Ausnahme der Frühen Heidelibelle (Sympetrum fonscolombii) erscheinen Heidelibellen erst später im Jahr, ihre Flugzeiten überlappen sich aber mit der von Crocothemis erythraea. Abdomen nicht oder nicht stark abgeflacht, Thorax mit schwarzen Linien, Beine schwarz oder schwarz-gelb.
M: Meist mit schwarzen, braunen oder hellen Farbtönen, nie durchgehend von der Stirn bis zum Abdomen leuchtend rot.
W: Stets ohne hellen Strich auf der Thoraxoberseite zwischen den Flügeln.
Kleiner Blaupfeil – Orthetrum coerulescens
W: Grundfarbe gelblich, ebenfalls mit weissem Strich zwischen den Flügeln und hellen Antehumeralstreifen. Im Gegensatz zu Crocothemis erythraea sind aber die Antehumeralstreifen oft auffälliger als der weisse Strich. Erscheint auch schlanker, ohne abgeflachtes Abdomen. Hinterflügelbasen ohne gelb.
Blaupfeile – Orthetrum spp.
Abdomen weniger abgeflacht.
W: Keine ockergelben Flecken an Hinterflügelbasis, keine sichtbare abstehende Legescheide.
Segellibellen – Libellula spp.
W: Schwarzes Dreieck an Hinterflügelbasis, keine sichtbare abstehende Legescheide.