Cordulia aenea
Familie:
Corduliidae
Falkenlibellen
Gattung:
Cordulia
Falkenlibellen
DE:
Falkenlibelle
Gemeine Smaragdlibelle
EN:
Downy Emerald
FR:
Cordulie bronzée
IT:
Cordulia bronzata
Smeralda bronzea
Wissenswertes
In der Schweiz ist Cordulia aenea wohl die am häufigsten beobachtete Art der Familie Corduliidae und eine der frühesten Libellen überhaupt. Im Frühjahr lassen sich die patrouillierenden Männchen an den Ufern von Stillgewässern anhand der leuchtend grünen Augen und dem leicht angehobenen keulenförmigen Abdomen eindeutig bestimmen.
Merkmale
-
Gesamtlänge: 47–55 mm
Körper dunkelgrün metallisch glänzend, im Alter verdunkelt oder kupferfarben, mit grossen hellen Flecken auf der Unterseite des Abdomens (S2–S3). Thorax mit langen braunen Haaren. Augen leuchtend smaragdgrün. Stirn einfarbig dunkelgrün, ohne gelb. Flügelbasen meist safrangelb getönt. Männchen und Weibchen ähnlich gefärbt.
Männchen
Abdomen tailliert und keulenförmig, breiteste Stelle im hinteren Drittel. Abdomen im Flug meist etwas angehoben.
Weibchen
Abdomen etwas dicker als beim Männchen und konisch geformt. Legescheide kaum vorstehend.
Jungtiere
Augen nach dem Schlupf zuerst braun.
Belegfoto
M: Ganze Libelle von oben oder Gesicht von vorne.
W: Ganze Libelle von oben, Gesicht von vorne oder Ganze Libelle von der Seite mit gut sichtbarer Legescheide.
Verbreitung
Cordulia aenea ist hauptsächlich zwischen Mittel- und Nordeuropa verbreitet. Im Mittelmeerraum sind die Vorkommen spärlich und lückig vorhanden.
In der Schweiz ist die Art insbesondere nördlich der Alpen weit verbreitet. Die meisten Entwicklungsgewässer liegen unterhalb 600 m. An wenigen Orten entwickelt sie sich oberhalb 1000 m, beobachtet wurde sie bis 2100 m.
Biologie
Phänologie
Schlupfperiode: Ende April bis Mitte Juni, am selben Gewässer synchron.
Flugzeit: Mai bis Ende Juli, selten bis August. Eine der frühesten Libellen in der Schweiz.
Lebensraum
Cordulia aenea lbesiedelt stehende Gewässer aller Art, seltener auch langsam fliessende Gewässer mit gut ausgebildeter Vegetation. Sie bevorzugt vegetationsreiche Gewässer mit etwas grösseren offenen Wasserflächen. Die Umgebung ist oft mit Bäumen oder Wald bestanden. Die Art ist ein typischer Bewohner von Auen und Mooren des Tieflandes, einzelne Populationen sind aber auch in höheren Lagen zu finden.
Lebensweise Imagines
In der Reifungszeit und zur Jagd halten sich die Tiere abseits des Wassers auf, häufig in Waldlichtungen.
Am Gewässer patrouillieren die Männchen entlang besonnter Ufer. Beschattete Bereiche werden gemieden. Dabei bleiben sie oft im Rüttelflug stehen und fliegen dann weiter, ohne die Flugrichtung zu ändern. Bei hoher Dichte besetzen die Männchen Reviere, die sie gegen Rivalen verteidigen. Beide Geschlechter sind oft auch bei schlechten Wetterverhältnissen (trüb oder kühl) und in den Randstunden des Tages (frühmorgens oder spätabends) aktiv.
Das Paarungsrad bildet sich am Gewässer, danach fliegt es weg und hängt meist für längere Zeit an einem Busch oder Baum. Das Weibchen legt die Eier versteckt in der Vegetation und ohne Begleitung des Männchens ab. Dazu rüttelt es über dem Wasser und schlägt dann in plötzlichem Sinkflug den Hinterleib auf die Oberfläche, um die Eier abzustreifen.
Der Schlupf findet vormittags an Uferpflanzen statt. Er vollzieht sich vormittags, dauert rund drei Stunden und lässt sich deshalb gut beobachten. Auch die Exuvien sind leicht zu finden, da sie beim Synchronschlupf zahlreich vorhanden und oft auch gut sichtbar sind.
Lebensweise Larven
Cordulia aenea überwintert im Larvenstadium. Die Larven halten sich zwischen Wasserpflanzen oder am Gewässerboden auf. Am Tag graben sie sich im Detritus ein. Die Entwicklung dauert zwei bis drei Jahre.
Gefährdung & Schutz
Die Art gilt sowohl in Europa als auch in der Schweiz als nicht gefährdet (LC).
Fördern lässt sich Cordulia aenea durch die Schaffung grösserer Stehgewässer. Auf Fischbesatz, vor allem mit Graskarpfen oder Karauschen, ist zu verzichten.
Status Schweiz
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Rote Liste CH:LC - Nicht gefährdet
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Nationale Priorität:Keine
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NHV:-
Artenschutzblatt
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DE:
Keine
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FR:
aucun
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IT:
nessuno
Ähnliche Arten
Im Tiefland kann Cordulia aenea mit der Glänzende Smaragdlibelle (Somatochlora metallica) und der Gefleckten Smaragdlibelle (Somatochlora flavomaculata) verwechselt werden, die ebenfalls leuchtend grüne Augen und einen dunklen (grün, kupferfarben, dunkelbraunen) Körper haben. Beide erscheinen aber erst später im Jahr und unterscheiden sich im Verhalten. In höheren Lagen kann es zur Verwechslung mit der Arktischen Smaragdlibelle (Somatochlora arctica) und der Alpen-Smaragdlibelle (Somatochlora alpestris) kommen. Ihre Lebensräume und Verbreitungsgebiete überschneiden sich jedoch nur selten mit denen der Falkenlibelle (Cordulia aenea).
Glänzende Smaragdlibelle – Somatochlora metallica
Körper intensiv metallisch grün leuchtend. Gesicht im oberen Teil grün, im untern gelb. Pterostigmen heller, gelbbraun bis braun. S2–S3 oberseits mit kleinen gelben Seitenflecken. Flügelbasis oft bernsteinfarben getönt, aber ohne klare gelbe Flecken.
M: Abdomen zigarrenförmig (breiteste Stelle in der Mitte). Patrouillieren auch an schattigen Stellen und heben das Abdomen im Flug kaum an. Nach kurzem Rüttelflug ändern sie jeweils die Richtung.
W: Abdomen zylinderförmig, Legescheide sehr lang und senkrecht abstehend.
Gefleckte Smaragdlibelle – Somatochlora flavomaculata
Grundfarbe metallisch grün mit Bronzeglanz. Abdomen mit keilförmigen gelben Seitenflecken, die sich im Alter stark verdüstern. Thoraxseiten mit zwei mattgelben Flecken. Gesicht metallisch blaugrün, mit zwei gelben Seitenflecken.
M: Abdomen schlank und zigarrenförmig, breiteste Stelle in der Mitte. Patrouillieren meist über Land und heben das Abdomen im Flug nicht an.
W: Gelbe Seitenflecken an Thorax und Abdomen ausgedehnt. Legescheide kurz, aber deutlich abstehend und gut sichtbar.
Arktische Smaragdlibelle – Somatochlora arctica und Alpen-Smaragdlibelle – Somatochlora alpestris
Zierlicher, eher schwarz als grün und matt (nicht glänzend). Abdomen zigarrenförmig.