Somatochlora flavomaculata
Familie:
Corduliidae
Falkenlibellen
Gattung:
Somatochlora
Smaragdlibellen
DE:
Gefleckte Smaragdlibelle
EN:
Yellow-spotted Emerald
FR:
Cordulie à taches jaunes
IT:
Cordulia a macchie gialle
Smeralda maculata
Wissenswertes
Somatochlora flavomaculata ist eine typische Sommerart und wird meist abseits vom Gewässer, über Flachmooren, Lichtungen und Wiesen fliegend beobachtet. Sie ist wenig scheu und nähert sich gelegentlich dem Beobachter. In der Schweiz wurde die Art nur bis in Höhenlagen von 1100 m festgestellt; sie ist damit von Smaragdlibellen (Somatochlora spp.) diejenige mit der stärksten Bindung an die Tieflagen.
Merkmale
-
Gesamtlänge: 45–54 mm
Grundfarbe metallisch grün mit Bronzeglanz (im Alter sehr dunkel). Thorax und Abdomen mit gelben Seitenflecken (Achtung: bei alten Tieren teils sehr düster und kaum mehr zu erkennen). Stirn metallisch blaugrün, mit zwei gelben Seitenflecken. Thorax dicht behaart mit je zwei gelben Flecken an den Seiten. S4–S8 mit keilförmigen gelben Seitenflecken. Augen leuchtend smaragdgrün. Pterostigmen dunkel bis schwarz. Männchen und Weibchen ähnlich.
Männchen
Abdomen schlank und zigarrenförmig (breiteste Stelle in der Mitte), an S3 leicht eingeschnürt.
Weibchen
Abdomen deutlich breiter als beim Männchen, gelbe Seitenflecken auf Thorax und Abdomen stärker ausgedehnt, Legescheide kurz (kürzer als S9), aber deutlich abstehend.
Jungtiere
Augen nach dem Schlupf oberseits dunkelrot. Gelbe Flecken sehr auffällig, besonders beim Weibchen.
Belegfoto
M: Ganze Libelle von der Seite oder Gesicht von vorne.
W: Ganze Libelle von der Seite mit gut sichtbarer Legescheide oder Gesicht von vorne.
Verbreitung
Somatochlora flavomaculata kommt von Frankreich und dem südlichen Fennoskandien bis Westsibirien und Kasachstan vor. Im Süden gibt es verstreute Vorkommen zwischen Italien, der Balkanhalbinsel und der Westtürkei.
In der Schweiz konzentrieren sich die Funde auf das nordöstliche und westliche Mittelland. Vereinzelt kommt die Art auch im Tessin, in den Alpentälern und im Jura vor. Die meisten Entwicklungsgewässer liegen zwischen 300 und 600 m. Die Art wurde bis höchstens 1100 m nachgewiesen.
Biologie
Phänologie
Schlupfperiode: Hauptsächlich im Juni (vereinzelt ab Mitte Mai und bis Ende Juli).
Flugzeit: Juni bis August (bei guter Witterung ab Ende Mai und ausnahmsweise bis Oktober).
Lebensraum
Somatochlora flavomaculata besiedelt in der Schweiz fast ausschliesslich Feuchtgebiete der Niederungen. Zur Fortpflanzung nutzt sie hauptsächlich stehende, meist stark verwachsene, kleinere und eher seichte Gewässer mit mächtiger organischer Bodenschicht. Nachgewiesen wird sie insbesondere in Flach- und Übergangsmooren, auch an Sekundärgewässern wie Gräben und alten Torfstichen. Sie meidet Hochmoorgewässer, es sei denn als Störungszeiger an beeinträchtigten Hochmoorbiotopen.
Lebensweise Imagines
Die Reifungszeit verbringt Somatochlora flavomaculata abseits vom Wasser. Zur Jagd und Ruhe hält sie sich ebenfalls in Landhabitaten auf. Adulttiere werden nur selten über dem Wasser beobachtet.
Zur Partnersuche patrouillieren die Männchen an sonnigen Stellen, meist über Land, entlang linearer Strukturen wie Waldränder, Hecken, Schilfränder und Mähkanten, auch über Waldwegen und in besonnten Schneisen. Bei Hitze bleiben sie aktiv und fliegen im Halbschatten oder Schatten. Die Flughöhe variiert zwischen 0,5 und 2 m. Die Tiere patrouillieren ausdauernd und setzen sich selten. Am Morgen tauchen sie eher spät am Gewässer auf, nutzen vorwiegend die wärmste Zeit des Tages und verschwinden am Spätnachmittag wieder. Gegen Ende der Saison werden die Reviere zunehmend vom Land aufs offene Wasser verlegt.
Das Weibchen tupft dabei die Eier mit abgewinkelter Abdomenspitze aus dem Flug mit wippenden Bewegungen direkt ins Wasser.
Der Schlupf erfolgt vormittags. Die Exuvien findet man meist verstreut in der Vegetation versteckt, an Seggen oder Fieberklee.
Lebensweise Larven
Somatochlora flavomuaculata überwintert im Larvenstadium. Die Larven halten sich in dichter Unterwasservegetation oder Torfschlamm auf und können dort kurzzeitiges (auch winterliches) Trockenfallen überdauern. Die Entwicklung dauert zwei bis drei Jahre.
Gefährdung & Schutz
Während Somatochlora flavomaculata in vielen Ländern Europas in unterschiedlichen Gefährdungskategorien eingestuft ist, gilt sie gesamteuropäisch und in der Schweiz als «nicht gefährdet» (LC).
Ein konsequenter Schutz ihrer Lebensräume ist für die Art essenziell. In der Schweiz sind die Habitate in der Regel gesetzlich gut geschützt. Wichtig für Somatochlora flavomaculata ist eine fachgerechte Pflege der Gewässer. Dazu gehört das Verhindern von Verbuschung in Streuwiesen durch jährlich alternierende Mahd sowie das regelmässige, räumlich-zeitlich gestaffelte Räumen der Gräben in Flachmooren. Fördern lässt sie sich zudem durch Aufwertung und Ausweitung ihrer Entwicklungsgewässer und Landhabitate. Dazu gehören die Wiedervernässung drainierter Feuchtflächen durch Einstau, der Erhalt von einzelnen Büschen und Baumgruppen in der Gewässerumgebung und das Schaffen neuer Larvengewässer, z.B. von kleinflächigen Wasserstellen auf nährstoffarmem Grund oder von grösseren Gewässern mit seichten Uferpartien.
Status Schweiz
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Rote Liste CH:LC - Nicht gefährdet
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Nationale Priorität:Keine
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NHV:-
Artenschutzblatt
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DE:
Keine
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FR:
aucun
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IT:
nessuno
Ähnliche Arten
Somatochlora flavomaculata kann allen Smaragdlibellen (Somatochlora spp.) sowie mit der Falkenlibelle (Cordulia aenea) verwechselt werden. Die Falkenlibelle (Cordulia aenea) und die Glänzende Smaragdlibelle (Somatochlora metallica) kommen ebenfalls häufig in den Niederungen vor, beide Arten patrouillieren aber meist über dem Wasser. Zudem erscheint Cordulia aenea bedeutend früher im Jahr. In Übergangsmooren mittlerer Höhenlagen überschneidet sich der Lebensraum von Somatochlora flavomaculata mit dem der Arktischen Smaragdlibelle (Somatochlora arctica), dabei sind besonders ältere Exemplare im Flug schwierig zu unterscheiden. Mit der Alpen-Smaragdlibelle (Somatochlora alpestris) kommt sie hingegen kaum zusammen vor.
Falkenlibelle – Cordulia aenea
Erscheint früher im Jahr. Patrouilliert kaum über Land. Körper dunkelgrün metallisch glänzend, ohne keilförmige gelbe Flecken auf der Seite. Thorax einfarbig grün, mit langen braunen Haaren. Stirn dunkelgrün, ohne gelb. Flügelbasen safrangelb getönt.
M: Abdomen keulenförmig (breiteste Stelle im hinteren Drittel).
W: Abdomen etwas dicker und zylindrisch geformt. Legescheide nicht vorstehend.
Glänzende Smaragdlibelle – Somatochlora metallica
Patrouilliert selten über Land. Körper intensiv metallisch grün leuchtend, Thorax und hinterer Teil des Abdomens ohne gelbe Seitenflecken. Stirn grün, im unteren Teil mit gelbem Querband. Pterostigmen gelbbraun bis braun. Flügelbasis oft bernsteinfarben getönt.
M: Abdomen ebenfalls zigarrenförmig, an S3 eingeschnürt.
W: Legescheide sehr lang (länger als S9) und senkrecht abstehend.
Arktische Smaragdlibelle – Somatochlora arctica
Mittelgross, eher zierlich. Abdomen düster grünlich-schwarz ohne gelbe Flecken und ohne auffälligen Glanz. Hinterrand von S2 mit schmalem gelblichem Ring (auf der Oberseite unterbrochen). Augen leuchtend smaragd- bis olivgrün.
M: Hinterleibsanhänge zangenartig gebogen (erinnern an einen Ohrwurm).
W: S3 mit zwei deutlichen gelben Flecken an den Seiten. Legescheide überragt S9, anliegend und kaum vorstehend.
Alpen-Smaragdlibelle – Somatochlora alpestris
Mittelgross und kräftig gebaut. Grundfarbe düster grünlich-schwarz und matt glänzend. Hinterrand von S2 mit schmalem weissem Ring, teils auch an S3. Augen leuchtend smaragd- bis türkisgrün.
M: Hinterleibsanhänge doppeleckig und am Ende zusammenlaufend.
W: Weisser Ring an S2 besonders deutlich.