Somatochlora metallica
Familie:
Corduliidae
Falkenlibellen
Gattung:
Somatochlora
Smaragdlibellen
DE:
Glänzende Smaragdlibelle
EN:
Brilliant Emerald
FR:
Cordulie métallique
IT:
Cordulia metallica
Smeralda metallica
Wissenswertes
Somatochlora metallica ist eine kräftig gebaute Smaragdlibelle, die durch ihre metallisch grün leuchtende Körperfärbung auffällt. Sie fliegt an verschiedenartigen Gewässern. Der Nachweis von Imagines dieser Art an einem Gewässer bedeutet nicht automatisch, dass sie sich dort entwickelt.
Merkmale
-
Gesamtlänge: 50–55 mm
Körper intensiv metallisch grün leuchtend (im Alter mit düsterem Kupferschimmer). Stirn oben grün, unten mit gelbem, seitlich hochgezogenem Band. Augen leuchtend smaragdgrün. Pterostigmen gelbbraun bis braun. Abdomenbasis unterseits gelb, oberseits auf S2 und S3 mit kleinen gelben Seitenflecken. Flügelbasis oft bernsteinfarben getönt. Männchen und Weibchen ähnlich.
Männchen
Abdomen zigarrenförmig, an S3 eingeschnürt (breiteste Stelle nach der der Mitte). Obere Hinterleibsanhänge leicht geschwungen.
Weibchen
Abdomen leicht konisch, nicht eingeschnürt, gelbe Seitenflecken auf S3 grösser als beim Männchen. Flügelbasis oft stärker getönt. Legescheide sehr lang (länger als S9), auffällig senkrecht abstehend.
Jungtiere
Augen nach dem Schlupf oben braun.
Belegfoto
M: Ganze Libelle von oben oder Gesicht von vorne. Auch Flugaufnahmen sind hilfreich.
W: Ganze Libelle von der Seite mit gut sichtbarer Legescheide, ganze Libelle von oben oder Gesicht von vorne.
Verbreitung
Somatochlora metallica ist von den Pyrenäen bis in den hohen Norden weit verbreitet. Im Mittelmeerraum fehlt sie fast vollständig. In Italien und auf der Balkanhalbinsel wird sie von der fast identischen Balkan-Smaragdlibelle (Somatochlora meridionalis) abgelöst, die bisher aber nie in der Schweiz nachgewiesen wurde.
In der Schweiz ist sie in den meisten Landesteilen verbreitet. Verbreitungsschwerpunkte liegen in den grossen Flusstälern und an Seen, in der Nordostschweiz, im Jura und im südlichen Tessin. Im Wallis und im Engadin kommt sie nur lokal vor. Die meisten Beobachtungen stammen von Gewässern unterhalb 600 m. Sie entwickelt sich lokal bis 1950 m und wurde bis 2400 m nachgewiesen.
Biologie
Phänologie
Schlupfperiode: Mitte Mai bis Mitte August (Maximum: Juni und Juli, in den höchsten Gebieten erst ab Juli).
Flugzeit: Ende Mai bis Ende September.
Lebensraum
Besiedelt in unterschiedlichen Höhenlagen meist stehende Gewässer, seltener auch langsam fliessende Kanäle und strömungsberuhigte Stellen von Fliessgewässern. Die Art bevorzugt kühles Wasser, in höheren Lagen oft moorige Bergseen mit bewachsenem Ufer, am Alpenrand auch grössere Seen mit tiefem Wasser. Im Tiefland sind es steilufrige, teilweise beschattete Stillgewässer wie Altläufe, grössere Weiher und Teiche. Diese sind oft von Röhricht und teilweise oder vollständig auch von Wald umschlossen.
Lebensweise Imagines
Während der Reifungszeit, zur Ruhe und zur Jagd hält sich Somatochlora metallica meist in baumreichen oder waldigen Landlebensräumen oft weit abseits der Gewässer auf, manchmal auch über offenem Feld.
Am Wasser patrouillieren die Männchen entlang der Ufer, im Tiefland oft an schattigen Stellen, an grösseren Seen und in höheren Lagen auch entlang vegetationsloser Bereiche. Dabei bleiben sie gelegentlich mit kurzen Rüttelflügen stehen, drehen sich – im Gegensatz zur Falkenlibelle (Cordulia aenea) – oft um ihre Körperachse und fliegen dann in anderer Richtung weiter. Bei hochsommerlichen Temperaturen fliegt die Art auch in der Dämmerung und nachts.
Die Paarung wird am Wasser eingeleitet und in Ufernähe beendet. Das Weibchen legt die Eier ohne Begleitung des Männchens ab. Es fliegt dazu entlang des Ufers und sucht Lücken in der Vegetation oder Mauernischen auf. Dabei rüttelt es über dem Wasser, biegt die hintersten Segmente des Abdomens steil nach oben und streift die Eier am Wasser ab. Manchmal hämmert es die Eier auch landseits in den weichen Uferboden, wobei es die lange Legescheide wie eine Spitzhacke benutzt.
Die Emergenz findet tagsüber statt. Die Exuvien findet man meist nahe der Wasserlinie, in offenem Gelände bis zu zwei Meter vom Wasser entfernt an Mauern und Blocksteinen, an Uferpflanzen und an bewaldeten Gewässern im Tiefland auch bis zu fünf Meter hoch an Bäumen. Exuvienfunde sind bei dieser Art als Beleg für die Entwicklung wichtig, da Beobachtungen von Imagines keine verlässlichen Hinweise auf Bodenständigkeit geben.
Lebensweise Larven
Somatochlora metallica überwintert in der Regel im Larvenstadium. Spät im Herbst abgelegte Eier überdauern den Winter allenfalls in Diapause. Die Larven halten sich je nach Gewässertyp in weichen Bodensubstraten, Wasserpflanzen und Wurzelgeflechten auf. Sie sind an das Zusammenleben mit Fischen angepasst. Die Entwicklung dauert zwei bis drei Jahre.
Gefährdung & Schutz
Die Art gilt sowohl in Europa als auch in der Schweiz als nicht gefährdet (LC). Lokal sind Populationen durch die Beeinträchtigung ihrer Fortpflanzungsgewässer gefährdet.
Ein zentrales Element ihrer Förderung ist die naturnahe Waldwirtschaft entlang der Gewässer. Neben dem Erhalt schattenspendender Uferbäume spielen auch eine vielfältige Sohlen- und Uferstruktur mit Nischen und Höhlungen eine wichtige Rolle. Auf intensiven Fischbesatz und komplette Räumung von Angelteichen soll verzichtet werden. Mit der Neuanlage von grösseren Stillgewässern lässt sich die Art zusätzlich fördern.
Status Schweiz
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Rote Liste CH:LC - Nicht gefährdet
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Nationale Priorität:Keine
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NHV:-
Artenschutzblatt
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DE:
Keine
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FR:
aucun
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IT:
nessuno
Ähnliche Arten
Am ähnlichsten ist die Falkenlibelle (Cordulia aenea), die oft zusammen mit Somatochlora metallica vorkommt, aber bedeutend früher im Jahr erscheint. Die Gefleckte Smaragdlibelle (Somatochlora flavomaculata) ist ebenfalls eine Tieflandart und hat zudem eine sehr ähnlicher Flugzeit. Sie patrouilliert jedoch meist über Land und ist erst gegen Ende der Saison mit Somatochlora metallica zu verwechseln, wenn sich die gelben Flecken verdüstert haben. Die Arktische Smaragdlibelle (Somatochlora arctica) und die Alpen-Smaragdlibelle (Somatochlora alpestris) sind beide kaum im Tiefland anzutreffen und überschneiden sich nur in höheren Lagen mit Somatochlora metallica.
Falkenlibelle – Cordulia aenea
Körper dunkler grün (bei frischen Exemplaren auch mit metallischem Glanz). Abdomenunterseite mit grossen weissen Flecken an S2 und S3. Thorax mit langen braunen Haaren. Stirn dunkelgrün, ohne gelb. Flügelbasen mit deutlichen, safrangelben Flecken.
M: Abdomen keulenförmig, breiteste Stelle im hinteren Drittel.
W: Abdomen zylindrisch geformt, ohne abstehende Legescheide.
Gefleckte Smaragdlibelle – Somatochlora flavomaculata
Grundfarbe dunkler und nur schwach glänzend. Abdomen mit keilförmigen gelben Seitenflecken. Thoraxseiten mit je zwei mattgelben Flecken. Achtung: Helle Flecken sind bei alten Tieren schlecht sichtbar. Stirn metallisch blaugrün, mit zwei gelben Seitenflecken.
M: Abdomen ebenfalls zigarrenförmig, erscheint schlanker als Somatochlora metallica.
W: Gelbe Seitenflecken auf Thorax und Abdomen sehr ausgedehnt. Legescheide kurz (kürzer als S9), ebenfalls abstehend.
Arktische Smaragdlibelle – Somatochlora arctica
Mittelgross, eher zierlich. Abdomen düster grünlich-schwarz ohne auffälligen Glanz. Augen leuchtend smaragd- bis olivgrün.
M: Hinterleibsanhänge zangenartig gebogen (erinnern an einen Ohrwurm).
W: S3 mit zwei grossen gelben Flecken an den Seiten. Legescheide anliegend und kaum vorstehend.
Alpen-Smaragdlibelle – Somatochlora alpestris
Mittelgross und kräftig gebaut. Grundfarbe düster grünlich-schwarz und matt glänzend. Hinterrand von S2 mit schmalem weissem Ring, teils ebenfalls an S3. Augen leuchtend smaragd- bis türkisgrün.
M: Hinterleibsanhänge doppeleckig und am Ende zusammenlaufend.
W: Weisser Ring an S2 besonders deutlich.