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Familie:

Libellulidae

Segellibellen

Gattung:

Sympetrum

Heidelibellen

DE:

Südliche Heidelibelle

EN:

Southern Darter

FR:

Sympétrum méridional

IT:

Simpetro meridionale

Cardinale meridionale

Wissenswertes

In der Schweiz eine eher seltene Wanderart, die praktisch überall auftreten kann, aber nur sehr lokal bodenständig ist. Die Art fällt durch die hellen Beine und die eintönige Färbung auf. Starker Befall durch rote Milben ist ein weiterer Hinweis auf Sympetrum meridionale. Da auch andere Heidelibellen (Sympetrum spp.) gelegentlich nur schwach gezeichnet erscheinen, sind auf Belegaufnahmen im Optimalfall die Geschlechtsorgane erkennbar. Die Tiere sind sehr scheu und haben eine grosse Fluchtdistanz, was den Fang erschwert.


Merkmale

  • Gesamtlänge: 35–40 mm

Thorax fast einfarbig, mit dünnen schwarzen Linien entlang der Nähte und zwei charakteristischen Punkten auf den Seiten, schwarzer Strich oberhalb Stirn sehr schmal, fast vom Scheitel (Vertex) verdeckt (Lupe!). Beine mit hellen Längsstreifen (mehr hell als dunkel), Flügel transparent mit grossem, gräulich bis orange-rötlichem Flügelmal. Oft sind die Flügeladern von roten Wassermilbenlarven befallen. Männchen und Weibchen sind unterschiedlich gefärbt.

Männchen

Abdomen oben und seitlich hell- bis orangerot, meist kein Schwarz auf S8–S9, Haken am Hamulus lang und dünn.

Weibchen

Abdomen gelb bis gelb-braun, Legescheide anliegend.

Jungtiere

Selbe Merkmale wie Weibchen, blasser.

Belegfoto

M: Sicht auf Thoraxseite, Beine und Abdomenoberseite. Falls möglich sekundäre Geschlechtsteile mit Hamulus.
W: Sicht auf Thoraxseite, Beine und Abdomenoberseite. Falls möglich Legescheide gut sichtbar.


Verbreitung

Die Art ist in Südwesteuropa und im Mittelmeerraum weit verbreitet. Die nördliche Grenze von bodenständigen Populationen verläuft durch Nordfrankreich und Mitteldeutschland. Weiter nördlich ist sie eine Wanderart und wurde bis England beobachtet. Seit 2005 gibt es vermehrt Beobachtungen aus Nordfrankreich und aus dem südlichen Deutschland, was auf eine stetige Ausbreitung in Richtung Norden hindeutet. Die Art profitiert offenbar von den steigenden Durchschnittstemperaturen.

In der Schweiz wurde sie in fast allen Regionen beobachtet, sogar bis 3000 m. Ihr Auftreten hängt jeweils von Einflügen ab. Wiederholte Fortpflanzungsnachweise gibt es aus einigen Gebieten im Mittelland, aber überlebensfähige Populationen sind selten.

Kartenhintergrund © swisstopo; Verbreitungsdaten © info fauna
Diagramm © info fauna

Biologie

Phänologie

Schlupfperiode: Mitte Juli bis Mitte August.
Flugzeit: Ende Juli bis Ende September (Fortpflanzung: Mitte bis Ende August).

Diagramm © info fauna

Lebensraum

Sympetrum meridionale besiedelt meist kleine, flache, gut besonnte Gewässer mit schwankendem Wasserstand und gut ausgebildeter Wasservegetation in offener Landschaft. Sie pflanzt sich in Flachmooren, Tümpeln, Weihern, an Seeufern oder auch in Sekundärbiotopen wie Gräben, Teiche oder Abbaugewässer fort.

Lebensweise Imagines

Die Reifungszeit verbringen frisch geschlüpfte Tiere in der Nähe des Gewässers in der Vegetation.

Reife Tiere befinden sich bis einige 100 m vom Gewässer entfernt auf pflanzlichem Substrat oder am Boden sitzend. Sie fliegen nie über der offenen Wasserfläche. Männchen besitzen keine Territorien, verteidigen aber ihre Sitzwarte.

Die Paarung erfolgt meist um die Mittagszeit, die Eiablage am Nachmittag. Das Weibchen wirft dabei im Tandem oder vom Männchen bewacht, die Eier über seichtem Wasser oder über dem trocken gefallenen Boden ab.

Wanderungen finden erst nach der Hauptpaarungszeit im September statt, wobei auch Gebirge überquert werden.

Lebensweise Larven

Sympetrum meridionale überwintert im Eistadium und schlüpft einige Zeit nach der ersten Überflutung des Gewässers/Gewässerbereichs im Frühling. Die Larven halten sich in seichtem Wasser auf dem Grund auf, meist in tieferen Bereichen nahe der Oberfläche zwischen Wasserpflanzen. Im letzten Stadium können die Larven auch über Land kriechen und so andere Wasserstellen erreichen. Auch überleben sie vor dem Schlupf einige Tage ausserhalb des Gewässers. Bei hoher Dichte und Nahrungsmangel kommt es manchmal zu Kannibalismus.


Gefährdung & Schutz

In Europa und in der Schweiz gilt die Art als nicht gefährdet (LC). Sie ist durch das Verschwinden von temporär überfluteten Senken, die Regulierung von Seen und die Beschattung von aufkommenden Gehölzen gefährdet.

Zur Förderung sollen gut besonnte Flachgewässer mit schwankendem Wasserstand in Feuchtgebieten erhalten werden. Zudem können geeignete Gewässer, beispielsweise Flutmulden in Flussbereichen, neu angelegt werden. Beschattende Gehölze müssen ausgelichtet werden.

Status Schweiz
  • Rote Liste CH:
    LC - Nicht gefährdet
  • Nationale Priorität:
    Keine
  • NHV:
    -
Artenschutzblatt
  • DE:

    Keine

  • FR:

    aucun

  • IT:

    nessuno


Ähnliche Arten

Bei den allermeisten Heidelibellen (Sympetrum spp.) sowie bei der Feuerlibelle (Crocothemis erythraea) ist das Männchen rot gefärbt und das Weibchen gelb. Zudem sehen die ebenfalls gelb gefärbten Weibchen des Kleinen Blaupfeils (Orthetrum coerulescens) und des Südlichen Blaupfeils (Orthetrum brunneum) den Heidelibellen sehr ähnlich. Die ähnlichsten Arten sind die sehr häufige Gemeine Heidelibelle (Sympetrum vulgatum) und Grosse Heidelibelle (Sympetrum striolatum), beide mit schwarz-gelb gestreiften Beinen und hellrotem, bzw. gelbem Abdomen.

Gemeine Heidelibelle – Sympetrum vulgatum  
Thorax ebenfalls oft einfarbig, aber mit dickeren schwarzen Linien entlang der Nähte. Schwarzer Strich oberhalb Stirn breiter und entlang der Augenränder verlängert. Beine mehr schwarz als gelb.
M: Thorax braun, meist dunkler als rotes Abdomen.
W: Thorax gelb-braun. Legescheide rechtwinklig abstehend.

Grosse Heidelibelle – Sympetrum striolatum 
Thoraxseiten deutlich gezeichnet. Schwarzer Strich oberhalb Stirn breiter.
M: Thoraxseiten mit gelben Flecken.
W: Legescheide im spitzen Winkel abstehend.

Blutrote Heidelibelle – Sympetrum sanguineum 
Beine schwarz. Kleiner gelber Fleck an Hinterflügelbasis.
M: Abdomen keulenförmig und blutrot. Gesicht hellrot.

Frühe Heidelibelle – Sympetrum fonscolombii und Gefleckte Heidelibelle – Sympetrum flaveolum
Grosser gelber Fleck an Hinterflügelbasis.

Schwarze Heidelibelle – Sympetrum danae, Sumpf-Heidelibelle – Sympetrum depressiusculum und Gebänderte Heidelibelle – Sympetrum pedemontanum
Beine schwarz.

Südlicher Blaupfeil – Orthetrum brunneum und Kleiner Blaupfeil – Orthetrum coerulescens 
W: Augen blau-grau, Abdomen mit schwarzem Mittelstrich und kleinen Querbalken/beidseitigen Punkten.

Feuerlibelle – Crocothemis erythraea 
Abdomen abgeflacht und verbreitert. Augenunterrand blau. Gelber Fleck an Flügelbasis.
M: Körper und Beine komplett leuchtend rot, ebenfalls ohne schwarz.
W: Weisser Streifen auf Thoraxoberseite zwischen Flügelbasen. Beine komplett gelb-braun.